Custom-GPT oder GPT-Projekt: Was ist der Unterschied?

Viele arbeiten inzwischen regelmäßig mit KI-Tools wie ChatGPT. Dabei tauchen zwei Funktionen besonders auf: Custom-GPTs und GPT-Projekte. Auf den ersten Blick wirken beide ähnlich. Beide können mit Hinweisen, Dateien und Kontext arbeiten. Trotzdem haben sie unterschiedliche Aufgaben.

Portraitbild der/des Autor/in Clara Luber
Ein Mann steht mit dem Rücken zur Kamera vor einem hölzernen Wegweiser in den Bergen. Der linke Pfeil zeigt auf „Custom-GPT“, der rechte Pfeil auf „GPT-Projekt“.

Zwei Wege, um besser mit KI zu arbeiten

Viele Menschen nutzen ChatGPT nicht mehr nur für einzelne Fragen. Wir schreiben Texte, planen Workshops, analysieren Dokumente oder entwickeln Konzepte. Mit der Zeit entsteht dabei ein Problem: Der Kontext verteilt sich.

Manche Aufgaben wiederholen sich. Andere gehören zu einem bestimmten Projekt. Genau hier kommen zwei Funktionen ins Spiel: Custom-GPTs und GPT-Projekte. Auf den ersten Blick wirken beide ähnlich. Beide können mit Hinweisen, Dateien und Kontext arbeiten. Trotzdem lösen sie unterschiedliche Probleme.

  • Ein Custom-GPT ist ein spezialisierter Assistent.
  • Ein GPT-Projekt ist ein Arbeitsbereich für ein konkretes Vorhaben.

Andere KI-Tools nutzen oft andere Begriffe

Die Begriffe Custom-GPT und GPT-Projekt stammen aus dem ChatGPT-Kontext. Andere KI-Tools nutzen dafür oft andere Namen.

Spezialisierte Assistenten heißen dort manchmal Agents, Gems, Bots oder Assistenten.

Projektbereiche heißen je nach Tool Spaces, Workspaces, Collections oder Projekte.

Custom-GPT

Ein Custom-GPT ist ein Assistent für eine bestimmte Arbeitsweise. Du hinterlegst Regeln und ergänzt bei Bedarf Dateien. So richtest du ihn auf einen bestimmten Zweck aus.

Ein Custom-GPT eignet sich besonders für Aufgaben, die regelmäßig wiederkommen:

  • Protokolle aus Transkripten erstellen
  • E-Mails vorbereiten
  • Texte in einem festen Stil überarbeiten
  • Wiederkehrende Fragen strukturieren

GPT-Projekt

Ein GPT-Projekt ist ein Arbeitsbereich für ein bestimmtes Thema. Darin kannst du Chats, Dateien und projektbezogene Hinweise an einem Ort bündeln.

Ein GPT-Projekt eignet sich besonders, wenn du an einem konkreten Vorhaben arbeitest:

  • Eine Workshop-Reihe planen
  • Eine Website überarbeiten
  • Ein Angebot ausarbeiten
  • Ein internes Konzept weiterentwickeln

Wann lohnt sich ein Custom-GPT?

Ein Custom-GPT lohnt sich, wenn du eine Aufgabe immer wieder ähnlich erledigst. Die wichtigste Frage lautet: Soll die KI dauerhaft nach bestimmten Regeln arbeiten? Wenn ja, spricht das für einen Custom-GPT.

Dann kannst du einmal festlegen:

  • Welche Rolle die KI übernimmt
  • Worauf sie achten soll
  • Wie das Ergebnis aufgebaut ist
  • Welche Sprache sie verwenden soll
  • Welche Punkte sie nicht erfinden darf
Eine altmodische Waage, in der linken, nach unten geneigten Waagschale steht "Custom-GPT". Auf der rechten Seite steht "GPT-Projekt".

Danach nutzt du denselben Assistenten immer wieder. Ein Custom-GPT lohnt sich also besonders bei klaren Routinen und eignet sich für wiederkehrende Arbeitsflüsse.

Du möchtest nicht nur lesen, sondern sehen, wie ein Custom-GPT entsteht? Im Blogbeitrag Baue deinen eigenen KI-Assistenten findest du ein kurzes Video. Dort zeigen wir dir den Aufbau direkt in ChatGPT Außerdem findest du dort eine Checkliste mit 9 Schritten zum erstellen eines Custom-GPTs.

Clara sitzend vor einem Computer, darauf zu sehen die geöffnete Bearbeitungsansicht eines Custom-GPTs.
Vom Prompt zum eigenen Custom-GPT

Wann eignet sich ein GPT-Projekt?

Ein GPT-Projekt lohnt sich, wenn viele Informationen zu einem Vorhaben gehören. Die wichtigste Frage lautet: Gehört dieser Chat zu einem größeren Zusammenhang? Wenn ja, ist ein Projekt meist sinnvoller.

Ein Beispiel: Du planst einen Workshop. Dazu brauchst du Zielgruppeninformationen, eine Agenda, Übungen und Begleitmaterial. Dann ist ein GPT-Projekt hilfreich.

Du kannst dort verschiedene Chats führen:

  • Zur Zielgruppe
  • Zur Struktur
  • Zu Übungen
  • Zu Folien
  • Zur Einladung
  • Zur Nachbereitung
Eine altmodische Waage, in der rechten, nach unten geneigten Waagschale steht "GPT-Projekt". Auf der rechten Seite steht "Custom-GPT".

Alle Inhalte gehören zum selben Vorhaben. Genau dafür ist ein Projekt gedacht. Ein GPT-Projekt lohnt sich besonders, wenn ein Thema über einen Zeitraum hinweg wächst. Oder wenn mehrere Dateien und Zwischenergebnisse zusammengehören.

Wann reicht ein normaler Chat?

Nicht jede Aufgabe braucht einen Custom-GPT oder ein Projekt. Ein normaler Chat reicht aus, wenn die Aufgabe einmalig ist. Oder wenn kein längerer Kontext gebraucht wird.

Zum Beispiel:

  • Eine einzelne Formulierung verbessern
  • Eine kurze Idee entwickeln
  • Eine Frage klären
  • Eine einfache Zusammenfassung erstellen
  • Einen Text schnell umformulieren

Zu viel Struktur kann hier sogar stören. Wenn du nur eine kleine Aufgabe erledigen willst, starte einfach einen normalen Chat. Struktur lohnt sich erst, wenn Wiederholung oder Kontext eine Rolle spielen.

Kann ich die Anweisungen identisch halten?

Grundsätzlich ja, du kannst die Hinweise in der Konfiguration teilweise identisch halten, aber du solltest sie nicht 1:1 gleich verwenden. Die beste Logik ist folgende:

Custom-GPT = allgemeine Arbeitsweise
GPT-Projekt = konkreter Kontext dieses Vorhabens

Verwende eine gemeinsame Basis-Anweisung für Stil und Arbeitsprinzipien, aber ergänze pro GPT-Projekt eine konkrete Projektbeschreibung und definiere den Auftrag, die Dateien, die Zielgruppe und die aktuellen Regeln. Beim Custom-GPT definierst du eine Rolle. 

Eine einfache Entscheidungshilfe

So vermeidest du zu hohe Komplexität. Und du nutzt die passende Struktur für die jeweilige Aufgabe.

Nutze einen Custom-GPT, wenn du sagst:

„Ich brauche einen Assistenten, der diese Aufgabe regelmäßig übernimmt.“

Nutze ein GPT-Projekt, wenn du sagst:

„Ich arbeite an diesem konkreten Vorhaben und will alles dazu bündeln.“

Nutze einen normalen Chat, wenn du sagst:

„Ich möchte nur eine einzelne Aufgabe schnell erledigen.“

Erst den Zweck klären, dann die Funktion wählen

Custom-GPTs und GPT-Projekte sind keine Gegensätze. Sie helfen an unterschiedlichen Stellen.

  • Ein Custom-GPT standardisiert wiederkehrende Aufgaben.
  • Ein GPT-Projekt bündelt Kontext für ein konkretes Vorhaben.

Die Frage lautet daher nicht: Welche Funktion ist besser? Sondern: Brauche ich eine feste Arbeitsweise oder einen Projektkontext?

Wie du deinen eigenen Custom-GPT erstellst, welche sieben Bausteine du beachten solltest und welche Schritte du befolgen solltest, liest du in unserem Blogbeitrag:

Vom Prompt zum eigenen KI-Assistenten
Clara sitzend vor einem Computer, darauf zu sehen die geöffnete Bearbeitungsansicht eines Custom-GPTs.
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